News-Archiv November 2007

01. November 2007

Verurteilungen nach Anschlägen von Madrid

Politik | 01.11.2007 - 10:54:41

Am 11. März 2004 ereigneten sich die schwersten Anschläge in der Geschichte Spaniens bei mehreren Bombenanschlägen auf die Pendlerzüge, die am Morgen  nach Madrid fahren, starben etwa 200 Menschen.
Heute, mehr als dreieinhalb Jahre später werden die Urteile gegen 28 Angeklagte gesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine 93.000 Seiten starke Anklageschrift und Beweisführung verfasst. Für einige der Angeklagte hatte die Staatsanwaltschaft Haftstrafen von 310.000 Jahren gefordert, auch wenn die reale Höchststrafe in Spanien bei 40 Jahren liegt.
Drei Angeklagte erhielten, weil sie maßgeblich an den Anschlägen beteiligt waren die von der Staatsanwaltschaft geforderte Höchststrafe, die restlichen Angeklagten erhielten Freiheitsstrafen zwischen drei und zwanzig Jahren. Nicht geklärt werden konnte in dem Prozess jedoch, wer der mutmaßliche Drahtzieher hinter dem Anschlag war.
Zehn maßgeblich an den Anschlägen beteiligten Personen konnten nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden, weil diese sich kurz vor ihre Festnahme in die Luft sprengten.
Für einen regelrechten Eklat hatte der Freispruch von sieben Angeklagten, die die Richter aus Mangel an eindeutigen Beweisen freisprachen, darunter auch einen Marokaner, der bis dato als einer der Drahtzieher angesehen wurde. Die größte Vertretung von Opfern des Anschlags hat deshalb bereits angekündigt in Revision zu gehen.
Den Verurteilten bleiben fünf Tage Zeit um Widerspruch gegen das Urteil einzulegen, es gilt als wahrscheinlich das dies geschehen wird.

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